Umbau der „Alte Schule“

Neue Perspektiven in der „Alten Schule“

Mit dem Ziel, die Alte Schule für eine gemeinschaftliche Nutzung herzurichten, gründete sich 2006 der Verein „Förderverein Begegnungshaus der Generationen Nuthetal e.V.“

Um das Gebäude nutzen zu können, musste es saniert und umgebaut werden. Eine gewaltige Aufgabe, die vorwiegend in freiwilliger, ehrenamtlicher Tätigkeit erledigt werden sollte. Nach ersten Bauerhaltungsmaßnahmen im Herbst 2006, mit Dachdichtungs- und Dachrinnenarbeiten, wurde am 1. September 2007 mit den Bauarbeiten begonnen.

 

2007: 798 ehrenamtliche Baustunden

Mit der Gründung eines Bautrupps mit insgesamt 27 Beteiligten, dazu gehörten Handwerker aus der Gemeinde sowie Architekten und Ingeneure startete ein großes Bauvorhaben.

Der erste fertiggestellte Raum war das heutige Büro – ein 14m² großer Veranstaltungsraum, es folgten Küche, WC und der Flur.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Instandsetzung der alten Kastenfenster und die Installation der Sanitärleitungen.

Zum Jahresende wurden 798 ehrenamtliche Baustunden geleistet und das erste Ziel, die Fertigstellung der ersten Räumlichkeiten errreicht.

 

2008: 1744 ehrenamtliche Baustunden

Das Nutzungskonzept sah vor, im EG das Mehrgenerationenhaus und im OG den Jugendclub „Die Brücke e.V.“ unterzubringen. Im Obergeschoss wird der Kreativraum und im Erdgeschoss ein vergrößerter Veranstaltungsraum fertiggestellt.

Das Treppenhaus, die alte Hauseingangstür sowie Decken und Türen werden mit viel handwerklichem Geschick unter den Belangen des Denkmal- und Brandschutzes aufgearbeitet.

Ein fester Kern von rund 20 Bauhelfern trifft sich nun jeden Donnerstag zum Arbeitseinsatz in der Alten Schule.

Es wurden 1744 ehrenamtliche Baustunden geleistet.

 

2009: 2840 ehrenamtliche Baustunden

Das Obergeschoss wird entkernt, dabei werden 40 m³ Bauschutt entsorgt.

Die Deckenbalken aus Holz werden aus statischen Gründen mit Stahlträgern verstärkt.

Die Deckensanierung erweist sich als schwere und aufwändige Aktion.

Der Klubraum im OG wird durch eine Kombination alter Bauelemente des Dachstuhls mit Trockenbau- und Glaselementen attraktiv gestaltet.

Nachdem auch eine Küche, WC und Flur fertiggestellt wurden, konnte der Jugendclub in ein helles und modernes Obergeschoss einziehen.

Aber auch im Erdgeschoss wird einiges verändert. Ein zweiter Veranstaltungsraum wird im Erdgeschoss kernsaniert und die Fenster im alten Stil mit Segmentbögen wiederhergestellt.

Eine weitere Baustelle findet sich in den feuchten Kellerwänden. Diese werden freigelegt und zunächst wird eine äußere vertikale Sperrschicht angebracht.

Als 2. baulicher Rettungsweg aus dem OG wird auf der Hofseite eine Stahlspindeltreppe errichtet.

Die Fassade des eingeschossigen Bauteils der Schule wird saniert. Marodes Mauerwerk muss zum Teil ausgetauscht werden. Die Fassade wird gereinigt, neu verfugt und mit einem historischen Kasein-Anstrich versehen.

Im selben Jahr erhält das Dach eine neue Biberschwanzdeckung.

Der Landrat besucht im Sommer die Baustelle. Im Zuge eines Förderprogramms Mehrgenerationhäuser wurden 75.000 € bereit gestellt.

 

2010: 3100 ehrenamtliche Baustunden

Der Klubraum im Erdgeschoss wird fertiggestellt. Hochwertige Holzpaneele, Eichendielen und eine profilierte Tür werten den Raum auf.

Der 2008 fertiggestellte Veranstaltungssaal wird auf 52m² erweitert und erhält eine mobile Trennwand sowie eine Akustikdecke.

Bei den Bauarbeiten kommen einige historische Bauelemente zum Vorschein. Somit erhält dieser Raum eine historisch nachgestellte Tür.

Im Flur wird der Eingangsbereich als Glas-Holz-Wand gebaut in Anlehnung an die wiederentdeckte ursprüngliche Gestaltung.

Die historische Treppe bekommt ihren letzten Schliff.

An der Fassade und dem Dach werden Erneuerungs und Instandsetzungsarbeiten begonnen. Auf der Grundlage alter Fotos erhalten die Giebel wieder Fialen.

Bis Ende 2010 wurden mehr als 400 m² Nutzfläche fertiggestellt, das sind über 90% der Gesamtfläche.

 

2011: 2280 geleistete Baustunden

Die Dach und Fassadenarbeiten am 2-geschossigen Bauteil werden abgeschlossen. Im Außenbereich werden ein Möbellager und ein Werkzeugschuppen fertiggestellt.

Für einen behindertengerechten Zugang soll ein Rollstuhllift und eine Behindertenrampe von der Terrasse zum Hof entstehen. Die Terrasse wurde abgerissen, Stützwände aus Feldsteinen für den Neubau errichtet und eine Betonplatte hergestellt.

Im Foyer werden Keramikplatten als Fußboden verlegt.

Am 6. Oktober beglückwünscht der Landrat die freiwilligen Bauhelfer zu ihrer 10.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunde.

 

2012

Im Keller wird begonnen das Mauerwerk zu sanieren. Das Podest der Kellertreppe wird instand gesetzt. Ein Regenwasserschacht wird auf der Straßenseite gebaut, um Regenwasser vom Standort des Rollstuhlliftes abzuleiten.

Die Arbeiten an der Terrasse werden fortgeführt und das Geländer montiert. Das Behinderten-WC im EG wird fertiggestellt, die Objekte sind noch einzubauen.

Im Flur wird eine individuelle, vom Holzgestalter Eberhard Kyntschl, gefertigte Garderobe eingebaut.

Um das MGH auch für Behinderte zugänglich zu machen, wird ein Rollstuhllift eingebaut. Um ihn zu erreichen, wird ein behindertengerechter Gehweg von der Straße dorthin hergestellt. In die für den Lift vorgesehene Nische unterhalb der Terrasse entsteht das Fundament. Nach der Montage erfolgt die Einweisung in die Bedienung des Liftes durch die Fachfirma. Die feierliche Einweihung des Rollstuhlliftes erfolgt am 25.10 durch Vertreter der MBS Potsdam und der WILHELM-VON-TÜRK-Stiftung, die durch großzügige Spenden überhaupt den Bau der Aufzugsanlage ermöglichten.

Um den Behinderten auch den Zugang zum Hof zu ermöglichen, wird eine behindertengerechte Rampe von der Terrasse aus errichtet. Sie dient gleichzeitig als Fahrweg zum Stuhllager, das sich auf dem Hof befindet.

Eine historische Straßenlaterne wurde durch die Gemeinde in der Walter-Rathenau-Straße abgebaut und dem MGH übergeben. Sie wird akribisch aufgearbeitet und beleuchtet jetzt die Terrasse und den Hof.

Ein Steingarten schließt an der Nord-Ost-Seite an die Terrasse an. Mit märkischen Findlingen, von unterschiedlichen Stellen zusammengetragen, wird der Garten gestaltet. Die Pflanzen kommen zum größten Teil aus den Gärten der Bauhelfer.

Mit den Außenanlagen wird begonnen. Als erstes wird die in der hinteren nordöstlichen Ecke gelegene Boule Bahn gestaltet. Der richtige Schichtaufbau mit einer abschließenden wassergebundenen Decke soll das Spielen schon bald nach Frühjahrsbeginn ermöglichen.

Nach Beginn der Kälteperiode wird die Kellersanierung in Angriff genommen. Der schöne Keller mit Kappendecken und Rundbögen soll wieder in alter Schönheit entstehen.

Geleistete Stunden 2012: 2430

 

2013

Der Keller beschäftigt uns das ganze Jahr.

Mittels Sandstrahlverfahren werden erst einmal die Wände von Farben und Mörtel gesäubert. In mühsamer Arbeit werden jetzt die Fugen ausgestemmt und lose bzw. morsche Steine durch neue ersetzt. Danach können dann die Steine mit einer Lasur gestrichen und dann neu verfugt werden. Das ist fast eine Lebensaufgabe. Das Ergebnis ist aber überwältigend.

Für das Schülerkaffee baut die Rentnerbrigade eine Terrasse. Die Außen- und Grünanlagen auf dem Hof einschließlich Fahrradständer werden fertig gestellt.

Geleistete Stunden 2013: 2215

 

2014

So langsam wird nach rund siebenjähriger Bautätigkeit alles fertig. Der Keller und die Außenanlagen bekommen ihren Feinschliff.

Am 22. Mai wird die „Alte Schule“ offiziell an die Gemeinde übergeben. Nun können das Haus und der Schulhof in vollem Umfang vom „MGH Nuthetal e.V“. und von der „Brücke e.V.“ genutzt werden. Ein würdiger Grund zum Feiern.

Geleistete Stunden insgesamt: ca. 16000

 

2015

Die Ziellinie von gestern, ist die Startlinie von morgen. Die Rentnerbrigade saniert die Außenhülle des ehemaligen Dorfkrugs. Putzarbeiten sowie ein neuer Farbanstrich stehen an.

Für die Jugend wird ein Badmintonplatz angelegt. Auch stehen Pflege- und Werterhaltungsmaßnahen auf dem Programm.